Begrüßung
Wenn Sie einen überschaubaren und abgegrenzten Raum betreten, zum Beispiel ein Wartezimmer oder ein kleines Geschäft, begrüßen Sie die bereits Anwesenden allgemein. Ebenso grüßen Sie im Kino Ihre Platznachbarn oder Mitreisende im gleichen Zugabteil.
Im gesellschaftlichen Miteinander jedoch gelten nach wie vor die altgekannten Regeln der Begrüßung:
- Der Herr grüßt zuerst die Dame
- Der Jüngere grüßt den Älteren
- Der Einzelne grüßt die Gruppe
Ob eine Begrüßung mit oder ohne Handschlag erfolgt, entscheidet der zuerst Gegrüßte, er bietet die Hand an. Als Paar achten Sie darauf, dass Sie als Dame rechts neben Ihrem Partner stehen. Wenn Sie auf ein anderes Paar treffen, begrüßen sich zuerst die Damen, dann die Damen die Herren und anschließend begrüßen sich die Herren. So vermeidet man auf jeden Fall das peinliche Überkreuzen der Hände.
Vorstellung
Auf einer privaten Feier macht der Gastgeber die Gäste miteineinander bekannt. Die Damen werden den Herren vorgestellt, Jüngere den Älteren. Auf größeren Feiern oder öffentlichen Veranstaltungen stellt man sich selbst ebenso den Anderen vor. Eine Bekanntmachung erwidert man keinesfalls mit "Angenehm" oder "Angenehm, Müller mein Name", sondern mit Grußfloskel und vollem Namen, z.B. "Guten Abend, ich bin Lieschen Müller". Man stellt sich grundsätzlich ohne akademischen Titel oder Adelstitel vor. Sinnvoll sind eventuelle einige zusätzliche Informationen, z.B. "Ich bin die Nachbarin".
Wenn Sie den Namen nicht verstanden haben, fragen Sie gleich nach. Das signalisiert Interesse und spart die zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht doch etwas peinliche Nachfrage.
Wenn Ihr Gegenüber einen Doppelnamen trägt, sprechen Sie ihn auf jedenfall auch mit diesem Namen vollständig an. Gegebenenfalls macht er Sie darauf aufmerksam, dass ein bestimmter Namensteil genügt.
Small Talk
Man versteht darunter unverbindliche Gespräche mit einem gewissen Unterhaltungswert bei geselligen Anlässen. Probleme, Sorgen und Nöte sind beim Small Talk tabu, ebenso politische Diskussionen. Werden Sie beim Small Talk niemals leidenschaftlich, Fußball und der Kleingartenverein sind nicht für alle auf Dauer interessant. Small Talk ist nicht jedermanns Sache, ich schätze dieses oberflächliche Geplänkel auch nicht sehr, aber insbesondere im Arbeitsleben und bei gesellschaftlichen Anlässen ist Small Talk unvermeidbar. Wenn Sie kein ambitionierter und geübter Small-Talker sind, informieren Sie sich über aktuelle kulturelle und gesellschaftliche Ereignisse in der Welt und in Ihrem heimatlichen Umfeld, da findet man immer Themen. Auch über die derzeitigen Wetterprognosen sollten Sie informiert sein.
Klatsch und Tratsch ist auch eine Form von Small Talk. Das macht Spaß, aber beachten Sie die Regeln:
- Setzen Sie keine Gerüchte in die Welt
- bleiben Sie thematisch oberhalb der Gürtellinie
- Plaudern Sie keinen Ihnen anvertrauten Geheimnisse aus
Rauchen
Fragen Sie andere Anwesende, ob Sie rauchen dürfen. Aber haben Sie bei der Fragestellung nicht schon die Rauchutensilien in der Hand oder gar eine Zigarette im Mund. Warten Sie die (positive) Antwort der anderen ab und nehmen Sie dann Ihre Zigaretten aus der Tasche.
Am Eßtisch ist Rauchen tabu, auch zwischen den Gängen eines Menüs sollte man darauf verzichten.
Wenn Sie merken, dass eine Wohnung oder ein Veranstaltungraum rauchfreie Zonen sind, unterdrücken Sie Ihren Wunsch zu rauchen lieber ein paar Stunden und bringen den Gastgeber nicht in die Bredouille. Als Gastgeber wiederum müssen Sie bei Einladungen mit Rauchern rechnen. Stellen Sie Aschenbecher auf und denken Sie auch an ein Feuerzeug oder Streichhölzer. Wenn Ihre Wohnung rauchfrei bleiben soll, dürfen Sie Raucher ruhig auf den Balkon schicken. Sorgen Sie dann bitte auch hier für Aschenbecher und eine einigermaßen gemütliche Umgebung, verbannen Sie die Raucher nicht in eine Rumpelecke.
Möchten Sie partout nicht, dass geraucht wird, streichen Sie die Raucher von der Gästeliste. Einfaches Verbieten ist unfair, es trübt den Genuß des Abends für einen Raucher.